Equine Protect · Ratgeber

Pferdelebensversicherung für hochwertige Pferde – Versicherungssumme, Wertnachweis und dauernde Unbrauchbarkeit

Versicherungssumme, Wertnachweis, dauernde Unbrauchbarkeit, Kosten.

Ein Pferd mit einem Wert von 40.000, 150.000 oder 500.000 Euro ist für die meisten Besitzer ein Vermögenswert – und für ein Gestüt oft Betriebskapital. Stirbt es durch Krankheit oder Unfall oder muss es eingeschläfert werden, ist dieser Wert verloren. Die Pferdelebensversicherung ersetzt ihn.

Bei wertvollen Pferden entscheiden allerdings Details, die in Standardtarifen kaum vorkommen: die richtige Versicherungssumme, ein belastbarer Wertnachweis und der Einschluss der dauernden Unbrauchbarkeit.

Was die Pferdelebensversicherung leistet

Die Lebensversicherung (auch Tierlebensversicherung oder Pferdetodesfallversicherung) zahlt die vereinbarte Versicherungssumme, wenn das Pferd durch Krankheit oder Unfall stirbt oder aus tierärztlich zwingenden Gründen eingeschläfert werden muss (Nottötung).

In vielen Tarifen sind zusätzlich Diebstahl, Verlust bei Transport sowie Tod durch Blitzschlag oder Feuer eingeschlossen. Ausgeschlossen sind üblicherweise Vorerkrankungen, die bei Antrag bekannt waren, und Schäden durch grobe Fahrlässigkeit.

Wichtig: Die Lebensversicherung ersetzt den Wert des Pferdes, nicht die Tierarztkosten. Für Behandlungen sind OP- oder Krankenversicherung zuständig – mehr dazu im Beitrag „OP-Versicherung oder Krankenversicherung“.

Die Versicherungssumme richtig festlegen

Die Versicherungssumme sollte dem tatsächlichen Marktwert des Pferdes entsprechen – nicht dem Kaufpreis von vor drei Jahren und nicht einer Wunschzahl. Bei Unterversicherung zahlt der Versicherer im Schadenfall nur anteilig; bei zu hoher Summe zahlen Sie unnötig Prämie, denn ersetzt wird höchstens der nachgewiesene Wert.

Für Sport- und Zuchtpferde verändert sich der Wert laufend: Turniererfolge, Platzierungen in Zuchtschauen, Nachkommen oder eine Verletzung können ihn innerhalb eines Jahres deutlich verschieben. Deshalb sollte die Summe mindestens jährlich überprüft werden.

Typische Wertgrundlagen
PferdetypÜbliche Grundlage für die Versicherungssumme
Junges SportpferdKaufpreis + Ausbildungsinvestition, Abstammung
Turnierpferd im EinsatzKaufpreis, aktuelle Erfolge, vergleichbare Verkäufe
ZuchtstuteKaufpreis, Nachkommenerfolge, Embryotransfer-Erlöse
DeckhengstDeckerlöse, Nachkommenerfolge, Lizenzierung

Wertnachweis – was Versicherer sehen wollen

Je höher die Summe, desto genauer der Nachweis. Üblich sind:

  • Kaufvertrag oder Rechnung
  • Abstammungsnachweis / Pferdepass
  • Turnier- und Zuchtergebnisse (z. B. FN-Ergebnisse, Schauplatzierungen)
  • Tierärztliche Ankaufsuntersuchung (AKU) mit Röntgenbildern
  • Bei hohen Summen: Wertgutachten

Hinzu kommt eine tierärztliche Untersuchung zum Versicherungsbeginn; ab bestimmten Summen auch mit Blutbild oder Röntgen. Befunde aus der AKU führen häufig zu Ausschlüssen einzelner Körperregionen – diese sollten Sie kennen, bevor Sie unterschreiben.

Welche Unterlagen für Ihr Pferd erforderlich sind, klären wir mit Ihnen in einer diskreten Anfrage.

Dauernde Unbrauchbarkeit – der wichtigste Zusatz für Sportpferde

Die reine Lebensversicherung zahlt nur bei Tod. Ein Turnierpferd, das nach einer Sehnenverletzung nie wieder im Sport gehen kann, aber als Freizeitpferd weiterlebt, ist damit nicht abgedeckt – obwohl der wirtschaftliche Verlust fast ebenso hoch ist.

Dafür gibt es den Einschluss der dauernden Unbrauchbarkeit (DU), teils auch „dauernde Gebrauchsunfähigkeit“ genannt.

Zu beachten:

  • Definition: Unbrauchbarkeit für den versicherten Verwendungszweck (z. B. Springsport bis Klasse S) oder für jede reiterliche Nutzung? Der Unterschied ist im Schadenfall entscheidend.
  • Leistungshöhe: Viele Tarife zahlen bei DU nicht 100 Prozent, sondern einen vereinbarten Anteil der Versicherungssumme; manche verlangen die Übereignung des Pferdes an den Versicherer.
  • Wartezeiten und Altersgrenzen: DU-Schutz ist oft nur bis zu einem bestimmten Pferdealter erhältlich.

Für Zuchttiere gibt es analog den Einschluss der Zuchtunfähigkeit (Verlust der Deck- bzw. Fortpflanzungsfähigkeit).

Was kostet eine Pferdelebensversicherung für wertvolle Pferde?

Die Prämie wird als Prozentsatz der Versicherungssumme pro Jahr berechnet. Als Größenordnung gelten für die reine Todesfalldeckung üblicherweise rund 3 bis 5 Prozent der Versicherungssumme, mit DU-Einschluss entsprechend mehr; Rasse, Alter, Nutzung (Turnierklasse, Vielseitigkeit, Rennsport), Gesundheitszustand und Selbstbeteiligung beeinflussen den Satz.

Bei einem Pferd mit 150.000 Euro Versicherungssumme liegt die Jahresprämie damit typischerweise im mittleren vierstelligen Bereich. Internationale Turniereinsätze und Transporte sollten ausdrücklich eingeschlossen sein – mehr zum Schutz unterwegs auf der Seite für Pferdebesitzer.

Für eine individuelle Einschätzung können Sie eine vertrauliche Anfrage stellen.

Typische Lücken in Standardtarifen

  • Deckung nur in Deutschland oder Europa, nicht bei Turnieren in Übersee
  • Versicherungssumme gedeckelt (z. B. bei 50.000 €), höhere Werte gar nicht versicherbar
  • Keine DU, oder DU üblicherweise nur bis 8 oder 10 Jahre Pferdealter
  • Transport nur bis zu einer bestimmten Entfernung oder nur im eigenen Hänger
  • Lange Wartezeiten bei Krankheit (häufig mehrere Wochen), nicht bei Unfall

Für Pferde ab 40.000 Euro Wert arbeiten wir mit Spezialversicherern, bei denen diese Punkte individuell verhandelt werden – für Züchter und Gestüte auch als Bestandsvertrag für mehrere Tiere.

Häufige Fragen zur Pferdelebensversicherung

Was zahlt die Pferdelebensversicherung?

Die vereinbarte Versicherungssumme bei Tod durch Krankheit oder Unfall sowie bei tierärztlich notwendiger Nottötung; je nach Tarif auch bei Diebstahl. Tierarztkosten sind nicht enthalten.

Wie hoch sollte die Versicherungssumme sein?

In Höhe des aktuellen Marktwerts, belegt durch Kaufvertrag, Erfolge und bei hohen Werten ein Gutachten. Die Summe sollte jährlich überprüft werden.

Was bedeutet dauernde Unbrauchbarkeit?

Das Pferd kann den versicherten Verwendungszweck dauerhaft nicht mehr erfüllen, lebt aber weiter. Mit DU-Einschluss zahlt der Versicherer einen vereinbarten Anteil der Versicherungssumme.

Was kostet die Lebensversicherung für ein Pferd im Wert von 100.000 Euro?

Als Größenordnung üblicherweise rund 3 bis 5 Prozent der Summe pro Jahr für die Todesfalldeckung, mit DU mehr – abhängig von Alter, Nutzung und Gesundheitszustand. Ein konkretes Angebot erstellen wir nach Prüfung der Unterlagen.

Bis zu welchem Alter kann ein Pferd versichert werden?

Neuabschlüsse sind je nach Versicherer meist bis etwa 15 bis 20 Jahre möglich; DU-Einschlüsse oft nur bis zu einem niedrigeren Alter. Bestehende Verträge laufen in der Regel länger weiter.

Gilt der Schutz auch bei Turnieren im Ausland?

Nur wenn das vereinbart ist. Bei internationalen Einsätzen sollte weltweiter Geltungsbereich inklusive Transport ausdrücklich im Vertrag stehen.

Sprechen wir über Ihr Pferd.

Wir nehmen uns Zeit für Ihr Pferd und Ihre Anforderungen – persönlich und diskret.